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Leseprobe dazu S. 7-31.


Demographie und aktuelle Politik

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Letzte Aktualisierung
13.4.2009

VOLKMAR WEISS
Der IQ-Fallensteller

The IQ-Trapper

Das Tausendjährige Reich Artam: Die alternative Geschichte der Deutschen 1941 - 2099.
Rezensionen und Leseproben

Rezension in "Junge Freiheit", 2. Mai 2008:

Thorsten Hinz: Vision über Rassekriege. Das Reich aus dem NS-Erbe.


Artam – ein Reich, eine Rasse, ein Zehnter Führer; der aristokratische Gegenentwurf zu Orwells „1984“. Spannend und intellektuell tiefgründiger als Huxleys „Schöne neue Welt“.

Der Erste und Größte Führer Aller Zeiten ist im November 1941 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Das Reich hat den USA nicht den Krieg erklärt. Die Geschichte hat einen anderen Verlauf genommen.

Während sich im Altreich und im Alten Europa die 88er durchsetzen und die Entwicklung um 1990 zu dem Zustand konvergiert, den wir heute als Bundesrepublik Deutschland kennen, ehe um 2030 alles im Großen Chaos versinkt, behauptet sich im eroberten Osten die völkisch geprägte Elite des neuen Tausendjährigen Reichs Artam auch noch im 21. Jahrhundert im ewigen Abwehrkrieg gegen die von Ostasien unterstützten Partisanen. In Reichsburg, der Hauptstadt (dem früheren Kiew), lebt Adrian Schwarz, Obersturmbannführer des Schwarzen Korps und Mitarbeiter im Reichssippenamt, verheiratet mit Godela und ihrer Schwester Gundula, beide blond, blauäugig und fruchtbar. Doch seit Jahren hat er ein Verhältnis mit der temperamentvollen Russin Ludmila. Sollte ihre Beziehung entdeckt werden, was geschieht dann mit ihrem unehelichen Sohn German? Schickt der Führer Adrian wegen Rassenschande in die Verbannung? Oder reißen zuvor die islamischen Handschar, die keine Rassen kennen, die Macht durch einen Militärputsch an sich?

337 Seiten, 17,5 x 15 cm, 23 Kapitel und eine Zeittafel

Leseproben:

Leseprobe des ebooks, S. 7-31 des Buches.

Erster Teil, Kapitel V: Die Rassenseele, die Artgemeinschaft und die Rassenschichtenlehre, S.60-79 des Buches.

Zweiter Teil, Kapitel II: Rassenschande - Stelldichein mit Ludmila, S. 138-149.

Zweiter Teil, Kapitel V: Leni Riefenstahl filmt die Reichswettkämpfe, S. 170-185.

Dritter Teil, Kapitel III: Berlin nach dem Türkenaufstand, S. 265-284., ein Ausschnitt davon auch hier weiter unten zu lesen.


Blaue Narzisse (3.4.2009): Das Reich Artam ODER: Ein deutsches 1984.


Rezension, erschienen in: Nation und Europa, Heft 3 (März 2007) S. 76-77:

Karl Richter: Packende Zukunftsvision: "Fiktive Handlungen mit politischem Hintergrund sind immer eine heikle Sache. Allzu oft merkt man dem Text an, daß der Autor mit den Mitteln des Romans eine "Botschaft" an seinen Leser bringen will, die, als Sachbuch verpackt, zu abwegig oder schlicht strafbar wäre. Die Romanform dient dann einfach als Flucht ins Fiktive - was immer dann fragwürdige Ergebnisse zutage fördert, wenn der Autor die Regeln eines guten Romans nicht beherrscht.

"Das Reich Artam" aus der Feder des Leipziger IQ-Forschers Dr. Volkmar Weiss, der bereits mit einer Reihe von Sach-Publikationen in Erscheinung getreten ist, gehört definitiv nicht in diese Kategorie. Zwar, die "Botschaft" des Autors ist auch in diesem Fall mit Händen zu greifen: man kann sie ablehnen oder sie als interessantes Gedankenexperiment auf sich wirken lassen. Was seine literarische Vision aber von von vielen mißglückten Vergleichsprodukten unterscheidet, ist Weiss' schriftstellerisches Talent. Die Sprache ist präzise - hier schlägt der Naturwissenschaftler durch - aber nicht trocken, die handelnden Figuren wirken plastisch, und die Handlung ist schlicht und einfach atemberaubend.

Es geht, kurz gesagt, um die Geschichte der letzten und der kommenden 100 Jahre, wie sie hätte ablaufen könen - und vielleicht auch noch ablaufen wird. Demnach hat Deutschland den Krieg, nachdem im Juni 1945 der erste "großdeutsche Kernwaffentest" stattgefunden hat, irgendwann zwischen 1945 und 1950 doch noch gewonnen, 1954 kommt es zur Bildung der "Europäischen Wirtschafts- und Verteidigungsgemeinschaft" unter deutscher Oberhoheit, während sich parallel dazu, östlich der Weichsel bis weit in die eurasische Landmasse hinein, das "Reich Artam" etabliert und in den folgenden 100 Jahren zum weltweiten Sammelbecken der weißen Menschen wird. Die übrige Welt verfällt der Degeneration - hier braucht sich Weiss nur der täglichen Bilder aus der "Tagesschau" zu bedienen. Am Ende des 21. Jahrhunderts tritt das "Reich Artam" zum Islam über."

Für politisch korrekte Zeitgenossen ist Weiss' Roman starker Tobak, aber er zwingt zum Nachdenken. Dabei rechnet er lediglich zentrale Stellgrößen der Gegenwart wie den Geburtenschwund der abendländischen Menschheit, das Vordringen des Islam und die genetische Degeneration weiter Teile der Menschheit auf die nähere Zukunft hoch. Das wird zweifellos auch ohne literarische Fiktion spannend. Weiss hat dazu, was seine Leistung nicht schmälert, nur ein talentiertes Drehbuch mit Querdenkerqualitäten geliefert. Lesenswert!"

Zitiert aus einer (inzwischen leider gelöschten) Rezension unter www.amazon.de: "Die 88-er bringen das Alte Europa in scharfen ideologischen Gegensatz zum rassistischen Artam. Um 2030/2040 läßt der Verfasser die Erde im 'Großen Chaos' versinken. Darauf wird im Roman aus der Retrospektive von 2080/90 reflektiert, und durch diesen Handlungsaufbau wird außer der Glossierung der tatsächlich abgelaufenen Entwicklung von 1945 bis 2005 auch eine Gesellschaftsprognose bis etwa 2040 möglich. 2050 hatte die Erde mit rund 9 Milliarden das Maximum ihrer Einwohnerzahl, um 2090 dann nur noch 2 Milliarden. Mit einer derartigen Botschaft steht "Artam" zwar längst nicht mehr allein (vgl. z. B. Herbert Kremp: "Memoiren der Zukunft. Deutschland 2050"), aber das Besondere ist hier die beängstigende innere Logik, mit der die Gesellschaft auf das Chaos zutreibt. Gebündelt ist diese Aussage insbesondere im Kapitel 17, einem brillanten Text über "Die Theorie und Praxis der Hierarchischen Demokratie" (ausgewiesen als fiktives Lehrmaterial des Sicherheitsdienstes von Artam, dem Zentralen Gewissen, für den "Helden").

Wer Orwells "1984" kennt, der spürt, wie in den Anfangskapiteln sich die Handlung von "Artam" in einem Gegenentwurf fast spielgelbildlich zur Orwellschen entwickelt, um dann aber von Kapitel zu Kapitel immer mehr an Selbständigkeit, Spannung und Eigendynamik zu gewinnen. Analog zu Orwell kann "Das Reich Artam" als Anti-Utopie mit satirischem Unterton aufgefaßt werden, aber ebenso als eine virtuelle Realität, etwa so wie sich Nordkorea heute zu Orwells "1984" verhält. Bei näherer Betrachtung hat jedoch Artam" einen doppelten und dreifachen Boden, denn der raffinierte Roman konterkariert den Zeitgeist und bricht so ziemlich jedes Tabu. So wie in Orwells "1984" das Weiterbestehen des totalitären Systems am Ende der Romanhandlung keine Empfehlung für kommunistische Systeme vom Typ Nordkorea ist, ebensowenig ist das Ende von "Artam" eine Empfehlung für ein wirkliches Reich des Schwarzen Korps.

Bei Orwell gibt es einen zentralen Spannungsbogen, der abbricht, als das Liebesverhältnis des Helden aufgedeckt wird. Seiner Folter und Vernichtung sind dann noch mehrere Abschnitte gewidmet. - Der andere Charakter des Helden und der andere Charakter des Systems verlangen im Reich "Artam" einen anderen Schluß. Das Zentrale Gewissen sieht keinen Sinn darin, eine wertvolle Familie (Adrian, seine beiden Ehefrauen und seine Kinder), einen wertvollen außerehelichen Sohn und dessen Mutter (Ludmila) wegen eines abstrakten Prinzips zu vernichten, sondern stellt die Aufdeckung der Rassenschande in den Dienst des Systems. Adrian wird vom Zentralen Gewissens zur Mitarbeit erpreßt. Als Belohnung dafür darf er auch Dienstreisen ins Ausland machen - ins völlig heruntergekommene Berlin und in die Weltstadt Vancouver, Hauptstadt von Ecotopia. Adrian hofft, mit wahrheitsgetreuen Sachberichten zu notwendigen inneren Reformen in Artam beizutragen. Auf seiner Dienststelle wird ein Buch von Kossek "Die Geschichte der Deutschen in der Zeit ihrer tiefsten Erniedrigung " diskutiert, in der der tatsächliche Ablauf der Geschichte von 1941 bis 1990 als Fiktion behandelt wird. Auch diese literarische Konstruktion (ein Roman im Roman) bietet ausreichend Gelegenheit für Spott und Ironie auf unsere Gegenwart.

Dem Romantext ist eine Zeittafel angefügt, in der reale Daten vor 1941 in ein Gemisch aus realen und fiktiven Daten und Ereignissen von 1941 bis 2099 übergehen.

Gavriel D. Rosenfeld analysierte in seinem Buch "The World Hitler Never Made. Alternative History and the Memory of Nazism" alle bisher in englischer, französischer und deutscher Sprache zu diesem Thema erschienenen Arbeiten. "Das Reich Artam" und auch schon sein Vorläufer "Der Clan aus Geld und Genen" vom selben Verfasser erweisen sich aus dieser Sicht als eine völlig neuer Typ derartiger Literatur. Wer künftig über Utopie, Dystopie und Alternativweltgeschichte schreiben wird, der wird an "Artam" als eine der geistigen Herausforderungen unserer Zeit nicht vorbeikommen.

Der anspruchsvolle Roman ist spannend geschrieben, stilistisch und in der Fachterminologie der Soziologie souverän, im Erotischen explizit bis an die Grenze des Pornographischen. Während sich die Deutschen schwer damit tun werden, kann man Übersetzungen, insbesondere ins Englische, den buchhändlerischen Erfolg unschwer vorhersagen."

Der Vorläufer: Weiss, Volkmar: Der Clan aus Geld und Genen. Ein erster Bericht aus dem Reich Artam. 2003, 242 S.; zu beziehen versandkostenfrei über amazon.de -- Leseprobe

Das Reich Artam, Textausschnitt S. 267-273:

Um 1950 hatte Groß-Berlin mit etwa 5 Millionen Einwohnern sein Maximum erreicht. Schon bis zur Jahrtausendwende sank die Einwohnerzahl dann allmählich, aber stetig, teils bedingt durch die Spaltung des Reiches und die Machtverlagerung, die massive Abwanderung der Talente und risikobereiter Persönlichkeiten nach Artam und den Aufbau von Reichsburg, teils als Folge der inneren krisenhaften Entwicklung des Altreichs. Berlin war auch nicht, wie man eigentlich für das Zentrum des Großdeutschen Reiches für selbstverständlich gehalten hatte, Hauptstadt der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Institutionen geworden, sondern Straßburg. Zahlreiche Verwaltungen wählten Prag oder Brüssel als ihren Sitz.

Auch nicht die Verlegung einiger Dienststellen in das beschauliche Bonn hatte das alte Berlin zerstört, sondern der Umstand, daß in der Stadt viel zu wenig deutsche Kinder geboren wurden. Darüber hinaus führte bereits um 1980 der Bedeutungsverlust der Stadt dazu, daß sich der Zuzug aus ländlichen Gemeinden und deutschen Städten ? in der Geschichte oft Zwischenstationen auf dem Weg der Generationen nach Berlin - abschwächte. Arbeitskräfte fehlten, und Türken wurden angeworben. Sie hießen nun nicht mehr Fremdarbeiter, sondern Gastarbeiter. Diese Bezeichnung besagte, daß man anfangs davon ausging, daß die Männer nach Auslaufen ihrer befristeten Arbeitsverträge wieder in ihre Heimat zurückkehren. Aber mehr und mehr blieben, und ihre Familien zogen nach. Die Regierungen unter den langjährigen Kanzlern Kleinschmidt, Kohlmann und Schönschredder förderten das Entstehen einer kopfstarken türkischen Minderheit durch Akte von krasser politischer Dummheit. So zahlte man auch Kindergeld an den Nachwuchs, der in Anatolien geboren war und dann nach Berlin kam und erlaubte jahrzehntelang den Nachzug von Verwandten, die kein Wort Deutsch verstanden. Und das noch zu einer Zeit, da solchem Nachzug in Holland längst ein Riegel vorgeschoben worden war. Häufig suchten sich die jungen türkischen Männern eine Ehefrau in der Türkei und brachten sie mit nach Berlin. Mit diesen Frauen setzten sie doppelt so viele Kinder in die Welt, als mit einer in Deutschland geborenen. Als zwangsläufige Folge wandelten sich bis 2010 ganze Berliner Stadtviertel praktisch in türkische Großstädte um, mit türkischer Presse, türkischem Fernsehen und türkischen Banken, so wie es in Paris, Lyon und Marseille arabische Viertel gab. Die noch verbliebenen Deutschen räumten die Türkenviertel, da in ihnen ein Schulunterricht, in denen Originaltexte von Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller und Günter Krass gelesen werden sollten, nicht mehr abzuhalten war. Es kam dann das, was kommen mußte, und wovor weitsichtige Persönlichkeiten lange Zeit, aber völlig vergeblich, gewarnt hatten.

Es begann damit, daß deutsche Passanten, die durch überwiegend von Türken bewohnte Straßen gingen, angepöbelt wurden. Wenn einige junge Türken zusammen auf der Straße standen ? und sie standen oft, weil die Arbeitslosigkeit unter ihnen sehr hoch war - dann erwarteten sie von einem Deutschen, daß er die Straßenseite wechselte und ihnen auswich. Tat er das nicht, wurde ihm Prügel angedroht. Es blieb nicht bei der Drohung und beim Anrempeln. Wagte es ein junger Deutscher, auf seinem Recht auf freies Weitergehen zu beharren, so drohte ihm eine Tracht Prügel. Die Polizei ließ sich nicht blicken oder sah weg. Erstattete ein Verprügelter gar formelle Anzeige, so war sein Fall so gut wie aussichtslos. Es fanden sich stets Zeugen, die den Verprügelten als Angreifer gesehen hatten. In den Schulhöfen das gleiche Spiel. Anstatt daß die Türken in der Schule richtig Deutsch lernten, wurde es für die wenigen deutschen Kinder, die noch in diesen Wohngebieten lebten, eine Überlebensfrage, Türkisch zu beherrschen.

Die Gegenbewegung ließ nicht auf sich warten. Bildungsarme deutsche Jugendliche - auch unter ihnen gab es viele Arbeitslose, mit Glatzen und Springerstiefeln als Markenzeichen - rotteten sich gelegentlich zusammen und verprügelten türkische Jugendliche. Wenn Deutsche mit der Reichskriegsflagge in Türkenviertel einfielen, um Türken „abzuklatschen“, griff die deutsche Polizei ein und verhaftete Deutsche. Wer gar wagte, als extremes Zeichen der Opposition die Hakenkreuzfahne von Artam in der Öffentlichkeit zu zeigen, dem erwartete als Staatsfeind eine Verurteilung zu mehreren Jahren Zuchthaus. Die Presse ereiferte sich gegen die ausländerfeindlichen Demonstranten und rief zu Sympathiekundgebungen auf, die dann auch regelmäßig stattfanden. Dabei trug man brennende Kerzen, schwenkte rote Fahnen und marschierte hinter Plakaten her auf denen stand: „Nie wieder Doitschlant“ oder „Deutschland verrecke“. Das allerdings blieb straffrei. Jahrzehntelang schaukelte sich das allmählich auf, hielt sich aber meist noch in gewissen Grenzen.

Dann kam - damals nach der dritten Überschwemmung von New Orleans - das Große Chaos. Finanziell war Groß-Berlin schon lange bankrott. Die deutschen Kirchen und ein großer Teil der Kultureinrichtungen hatten schließen müssen oder befanden sich in einem bedauernswerten Zustand. Müllabfuhr, Wasserversorgung, Ferngas usw. funktionierten nur noch teilweise. Wer es sich leisten konnte, verlegte seinen Wohnsitz ins weitere Umland. Nur wenige Stadtviertel im Westen, wie Dahlem und Zehlendorf, waren noch einigermaßen intakt. (In ihnen und im Umland blieb Deutsch Umgangssprache.) Die Zwischenfälle in den öffentlichen Verkehrsmitteln häuften sich, ebenso Belästigungen, Diebstähle, Überfälle und Vergewaltigungen. Die Katastrophe kündigte sich an, als bestimmte Straßen, ja ganze Stadtviertel, die Türkenviertel sowieso, für Fremde unpassierbar wurden, auch tagsüber. Wie in vielen anderen Teilen der Welt, so spielten sich während des eigentlichen Chaos’ auch in Berlin solche Schreckensszenen ab, wie sie Pieter Brueghel gemalt und Goya gezeichnet hat. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt durch die „Berliner Altenpogrome“. Was Herbert Kremp dreißig Jahr früher als eine Schreckensvision vorschwebte, wurde Wirklichkeit: Im alten Olympiastadion ließ man hunderte deutsche Alte - Frauen und Männer - nackt und nur mit Stöcken zur Verteidigung ausgerüstet, zum Gaudi der Menge von Kampfhunden hetzen und zerreißen. Als sich heimlich deutsche Freikorps formierten, um Widerstand zu leisten und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen, und deutscher Selbstschutz die Straßen nach Zehlendorf, Potsdam und Falkensee abriegelte, brach der offene Bürgerkrieg aus, der in Berlin einen anderen Verlauf nahm als in anderen Zentren. Zu Beginn des Chaos’ waren im Alten Europa die Ballungszentren islamisiert, die Umlandzonen mehr oder weniger deutsch bzw. französisch, spanisch usw. geblieben. Für den Verlauf der Kampfhandlungen erwies sich als entscheidend, ob es den islamischen Stadtzentren gelang, bald ein ausreichend großes Umland unter ihre Kontrolle zu bringen und damit eine Mindestversorgung mit Wasser, Nahrungsmitteln und Energie zu gewährleisten, oder ob es den Freikorps gelang, die Zentren von jeder Versorgung abzuschneiden und damit auszuhungern. Die Besonderheit von Berlin bestand darin, daß im weiten Umfeld der Stadt vor dem Chaos zahlreiche Deutsche zum Islam übergetreten waren. Diese Bevölkerung stellte Freikorps mit deutscher Kommandosprache auf die Beine, die den innerstädtischen Islamisten an Kampfkraft in keiner Weise nachstanden. Während z. B. Nordrhein-Ruhr und der Rhein-Main-Neckar-Ballungsraum im Großen Chaos unter die Herrschaft von fremdvölkischen Islamisten gerieten und dem deutschen Sprachraum verloren gingen, behauptete sich in Berlin das deutschsprachige Umland gegenüber dem Stadtzentrum, obgleich beide fortan unter islamischer Vorherrschaft.

Berlin kam auch relativ glimpflich davon, weil es in der Stadt und ihrem Umland nicht zum Kernwaffeneinsatz kam und nur mit konventionellen Mitteln, Gift, Nervengas und Flammenwerfern gekämpft wurde. Dennoch wurden ganze Stadtviertel zerstört und praktisch unbewohnbar.

Das lag inzwischen Jahrzehnte zurück. Berlin zählte schon wieder eine halbe Million Einwohner, die sich in den weniger zerstörten Gebieten konzentrierten. Da für den Wiederaufbau einiger Stadtteile kein Bedarf, für eine Renaturierung aber auch kein Geld vorhanden war, half man sich in Berlin wie in vielen anderen einst überdimensionierten Weltstädten damit, bestimmte Gebiete als Schutzgebiete auszuweisen und zu sperren. Schon im Reiseführer hatte Adrian interessiert zur Kenntnis genommen, daß der gesamte frühere Stadtteil Wedding und angrenzende Straßen zum Renaturierungsgebiet erklärt und von einer Mauer umzogen worden waren. In den Ruinen hatte man wilde Tiere ausgesetzt und studierte die Sukzession der Pflanzenwelt. Das Betreten des Gebietes war streng untersagt. Jedoch konnte man sich laut Reiseführer von einigen Aussichtstürmen, zu denen überdachte Gänge führten, vom Fortschreiten der Renaturierung überzeugen. Während in den ersten beiden Jahren nach den großen Bränden überall die roten Blüten von Epilobium angustifolium dominierten, breiteten sich dann Weiden, Birken, Akazien und Götterbäume aus. An den feuchteren Stellen wucherten Chinesischer Bocksdorn und die Armenische Brombeere. Die Füchse, die mit Waschbären und Marderhunden konkurrierten, hatten durch einige Wölfe Verstärkung erhalten.

Auch vom Flugzeug aus, in dem Adrian sein Gesicht neugierig gegen die Fensterscheibe gepreßt und die Minarette gezählt hatte, hob sich das Gebiet durch sein frisches Grün deutlich vom Umland ab. Von Hörensagen wußte er, daß es z. B. in London, Paris und Hamburg hermetisch abgeschottete Stadtviertel gab, in denen sich eine Art Untermenschenbevölkerung aufhielt, die - zahlenmäßig klein - wieder auf primitivster Stufe lebte und jeweils eine neue eigene Sprache entwickelt hatte. Davon war aus Berlin nichts bekannt, so interessant das aus der evolutionären Sicht des Darwinismus auch gewesen wäre und so gern Adrian ein solches Gebiet besichtigt hätte. Ausgewählte europäische Verhaltensforscher beobachteten diese Untermenschen mit versteckten Kameras. In diesen nur mit Lumpen und Tierfellen bekleideten Populationen war die Paarungsvariante (mit 83,2% Häufigkeit) wieder üblich geworden, bei der sich das Weibchen nach vorn bückte und mit beiden Händen auf ihre Knie stützte und ihr Hinterteil anbot. Die Verhaltensbiologen durften derartige interessante Beobachtungen sogar diskutieren und publizieren, in Europa vor dem Großen Chaos undenkbar.

Wie jeder Krieg und jede ethnische Säuberung so brachte das Chaos persönliches Leid und unendliche Tragik. Es ging dabei ja nicht nur um Türken, Deutsche, Franzosen, Araber usw. Am Ende konnte in einem bestimmten Territorium immer nur einer herrschen. Im Kosowo-Krieg, so um 2000 herum, versuchten zuerst die Serben, die Albaner, die sich wie die Kaninchen vermehrt hatten, zu vertreiben. Als die Albaner dann Hilfe von außen bekamen, vertrieben sie die Serben. Es war, wie so oft, immer die gleiche Geschichte. Aber als das Große Chaos ausbrach, hatten seit 1970 hunderttausende deutsche Männer türkische Frauen geheiratet, hunderttausende deutsche Frauen türkische Männer. Die Kinder aus diesen Ehen sahen sich vor die Entscheidung gestellt: Sind wir nun Deutsche oder Türken? Und es ging nicht nur um Deutsche und Türken. In Deutschland lebten insgesamt mehrere Millionen Nachkommen aus Ehen zwischen Deutschen und Ausländern. War ein Elternteil islamisch oder sahen sie türkisch aus, so wurden sie in die türkische Ecke gedrängt, ob sie nun wollten oder nicht. Es wurden Personen verfolgt, gelyncht oder aus dem Altreich vertrieben, an deren Rechtschaffenheit nie ein Zweifel bestand, die aber keine Chance hatten, sich gegen Unrecht zu wehren.

Im Vergleich zu diesen Zuständen während des Großen Chaos waren im Altreich die Vorgänge vor 1942 im Vorfeld der Dissipation der Juden noch geregelt gewesen und rechtsstaatlichen Grundsätzen gefolgt. Dennoch spielten sich bekanntlich im Juli 1941 im Machtbereich der sehr rasch vorrückenden deutschen Truppen, insbesondere in Nordostpolen und in Litauen, Szenen wie aus Dantes Inferno ab. Bekannt wurde vor allem das Massaker in dem Dorf Jedwabne, wo die Polen ihre 1 600 jüdischen Mitbürger umbrachten, die meisten davon in einer Scheune bei lebendigem Leibe rösteten. Erst Jahrzehnte später fanden Untersuchungen statt, warum und wieso die Verantwortlichen - sowohl die Polen und Litauer, als auch die für diese Orte zuständigen Offiziere der deutschen Besatzung - nicht sofort vor Kriegsgerichte gestellt worden waren. Dabei stellte sich heraus, daß einige deutsche Einheiten sehr wohl informiert waren, ja als Folge der antijüdischen Grundstimmung im Reich sogar passiv oder aktiv beteiligt.

Unter dem Zweiten Führer hatten sich dann jedoch die Kreise durchgesetzt, die Judenstämmlingen die Aufnahme in das deutsche Volk ermöglichten, anstatt sie zu Juden zu erklären und zu enteignen, wie einflußreiche Scharfmacher forderten, und Zehntausende Juden waren damals zu Ehrenariern erklärt worden (viele noch vom Ersten und Größten Führer Aller Zeiten).

"Die Bundesrepublik hat kein Ausländerproblem, sie hat ein Türkenproblem. Diese muslimische Diaspora ist im Prinzip nicht integrierbar. Man soll sich nicht freiwillig Sprengstoff ins Land holen." Hans-Ulrich Wehler im taz-Interview vom 10.9.2002.