Das Tausendjährige Reich Artam - die alternative Geschichte der Deutschen 1941 - 2099.

 

In: Bevölkerungspolitik. Demographischer Wandel und Zuwanderung.

Schriftenreihe der Deutschen Studiengemeinschaft 3 (2003) 47-65

Wann schlägt eine demographische Krise in eine nationale Existenzkrise um?

Volkmar W e i s s

Immer wieder einmal verlangen die Politiker von den Bevölkerungswissenschaftlern  Vorausberechnungen. Unter demographischer Prognose [1] versteht man dabei das Weiterrechnen von heute schon irgendwie erkennbaren Trends. Was etwa die Altersstruktur der Bevölkerung in drei oder zehn Jahren anbetrifft, so sind die Abweichungen zwischen Vorhersage und Wirklichkeit meist nur gering. Aber wenn ein Demograph im Jahre 1985 die Altersstruktur von Sachsen im Jahre 2005 vorausberechnet hat, dann dürfte er sich  ziemlich geirrt haben. Noch schlechter wäre es mit der Vorhersage für Palästina für die Jahre 1910 auf 2000, für Böhmen von 1910 auf 1950, von Siebenbürgen von 1910 auf 1950, vom Kosovo von 1940 auf 2000 bestellt, wenn die Prognose nicht nur die bloße Einwohnerzahl, sondern auch Bevölkerungs- und Machtanteile betreffen sollte. Gerade deshalb sind viele demographische Prognosen langfristig falsch, da ihnen die Ergänzung durch eine Art Katastrophentheorie fehlt, die aussagt, daß es zu einem groben Bruch in der Kontinuitiät des Trends kommen muß – verbunden mit Krieg, Bürgerkrieg, Revolution und Vertreibung – wenn nicht irgendwann vorher auf relativ friedlichem Wege eine völlig andere politische Entwicklungsrichtung eingeschlagen und der Trend auf diese Weise noch vor der Katastrophe gebrochen wird. So wichtig das Jahr 1990 für Polen auch war, für den polnischen Staat und das polnische Volk war es kein solcher Schnitt, wie er sich 1999 im Kosovo vollzogen hat. Gibt es aus der Geschichte heraus Erfahrungen und sichere Anzeichen, aus denen sich solche Katastrophen vorhersagen lassen? Das Wie-Vermeiden der Katastrophe wäre dann noch eine andere, aber viel schwierigere Frage.

Brüche in der deutschen Geschichte waren politisch die Jahre 1918, 1933, 1945 und für das Gebiet der früheren DDR 1990, militärisch aber 1917 und 1941 der jeweilige Kriegsbeginn gegen die USA. Demographisch sind jedoch Brüche nicht so leicht an einem bestimmten Jahr festzumachen, denn die Bevölkerung hat ihre eigene, mit Wirtschaft, Politik und Krieg in langen Wellen rückgekoppelte Rhythmik. Vielleicht sind 1911 und 1944 mit ihren Knicken in der Geburtenkurve und 1971 mit der einsetzenden Dauereinwanderung solche Wendejahre. Im folgenden soll es auch gar nicht um Deutschland allein oder das deutsche Volk gehen, sondern um allgemeine Gesetzmäßigkeiten, die für alle Völker gelten. Wenn bei den Beispielen deutsche Teilbevölkerungen immer wieder zitiert werden, so liegt das allein an der relativ leichten Zugänglichkeit der Quellen. Die gestellte Thematik ließe sich ebenso an nur nichtdeutschen Beipielen mit den gleichen Schlußfolgerungen abhandeln.

Die Größe eines Landes bringt nicht unbedingt einen wirtschaftlichen Vorteil: Die Transportkostenanteile der Waren sind in den USA und in Rußland im Mittel deutlich höher als in Mitteleuropa. Eine leistungsfähige Infrastruktur entsteht erst bei einer bestimmten Bevölkerungsdichte und ihr Zerfall – etwa auch der Zerfall der Bildungs- und Kultureinrichtungen – vollzieht sich, wenn die Bevölkerungszahl sich drastisch verringert, wie das jetzt in den neuen Bundesländern Deutschlands der Fall ist, wo der Sozialhilfeanteil im Haushalt der Städte von Jahr zu Jahr steigt, auch verursacht durch die Zuwanderung unqualifizierter Person, die keine Arbeit finden, aber für die deutsche Sozialhilfe gegenüber dem Elend ihrer Herkunftsländer ein sofortiger sozialer Aufstieg bedeutet. Denn Bevölkerung hat dabei nicht nur eine Quantität, sondern auch eine Qualität [2] , und Abwanderungsvorgänge sind zumeist selektiver Art. Die Dörfer, wie jetzt vielfach in Mecklenburg-Vorpommern, in denen fast nur noch Alte, Kranke und Unqualifizierte zurückgeblieben sind, sehen dann auch dementsprechend aus.

Geschichte bringt, parallel zum zeitlichen Fortschreiten, eine immer stärkere berufliche Spezialisierung und soziale Differenzierung hervor, auch der Siedlungsstrukturen, und sich verschärfende soziale Ungleichheit. Also das genaue Gegenteil von dem, was viele gern glauben und vielleicht anstreben möchten. Staatliche Strukturen, wie die ehemaligen Ostblockländer, die sich gegen diesen Trend stellen wollten, werden unweigerlich niederkonkurriert. Das Unbehagen, das sich beim Lesen dieser Sätze einstellt – der Wunsch zum Widerspruch - hat seinen guten Grund. Sich verschärfende soziale Ungleichheit entwickelt  bekanntermaßen ihre eigene Dynamik, die droht, die jeweilige staatliche Ordnung zu sprengen, um - wenigstens vorübergehend - einen Zustand der geringeren Ungleichheit anzustreben, wenn auch auf Dauer völlig erfolglos. Jede Bevölkerung toleriert aber zu einem gegebenen Zeitpunkt nur einen gewissen Grad der sozialen Ungleichheit. Die große politische Kunst besteht deshalb stets darin, zwischen der tatsächlichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit und dem Glauben der Massen, daß diese Ungleichheit entweder nicht vorhanden, bedeutungslos oder gottgewollt sei, eine optimale Wahrnehmung bzw. Täuschung zu erreichen. Wird dieses Wahrnehmung nachhaltig gestört und die Täuschung wegen stetig fallender Realeinkommen von den breiten Massen durchschaut, kommt es zum Elitenwechsel.

Gibt es aber darüber hinaus langfristige soziale Entwicklungen und Risikofaktoren, aus denen sich geschichtliche Brüche, die über den Kreislauf der Eliten innerhalb eines Landes hinausreichen, mit fast zwingender Folge vorhersagen lassen, und vor denen man verantwortungsvoll warnen kann, soll und muß? 1884 erschien z.B. in Leipzig ein Reisebericht [3] über Siebenbürgen, und man konnte lesen: “Reiseschriftsteller haben vor Decennien geäußert, daß die Nemesis über Sachsen und Magyaren komme, und ... es könne eine Zeit erscheinen, in der ein gemeinsames Grab die Sachsen und ihre Peiniger, die Magyaren verschlingen werde. ... Das allmähliche, überschichtende siegreiche Ausbreiten der Rumänen ist statistisch nachweisbar und für den Kenner des Landes augenscheinlich. Nach und nach ist das rumänische Volk von seinen stillen, bezaubernd schönen Bergen herabgestiegen, um bei den herrschenden Nationen leibeigen zu werden. Neue Zuwüchse, zahlreiche Nachkommenschaft und zähes Leben haben es allmählich an Stelle seiner einstigen Herren treten lassen, eine Eroberung, welche auf friedlichem Wege vor sich geht und nicht auf dem der Gewalt. ... Die Sachsen beklagen sich oft seufzend, daß ihre Dörfer aussterben, daß ihre Häuser leer stehen und sich Rumänen hineinsetzen. ‚Können wir dafür’, erwidern die Rumänen, haben wir die Sachsen todtgeschlagen, thun wir ihnen ein Leid an? Gewiß nicht, sie selbst sind Schuld, wenn sie verschwinden und keine Nachkommen hinterlassen.’“  Heute, vier Generationen später, hat sich diese Vorhersage voll erfüllt: Bis auf einen kleinen Rest gibt es in Siebenbürgen keine Sachsen bzw. Deutschen mehr und auch ihre kulturellen Errungenschaften und die stolzen Kirchenburgen, auf die noch verwiesen wird, auch davon dürften die meisten zerfallen. Um dann einmal nur noch als Bodendenkmale, so wie die keltischen Fluchtburgen im Süden oder slawischen Wallanlagen im Osten Deutschlands, auf den Karten kenntlich zu sein. Dabei war es kein großer Krieg, der mit einem Male einen Schlußpunkt und einen Anfang gesetzt hätte, wie etwa 1945 für Ostpreußen. Die beiden Weltkriege waren für Siebenbürgen nur Etappen einer langen Entwicklung, deren Konsequenz der Reiseschriftsteller von 1884 richtig erahnt hat. Hat eine Bevölkerung einmal eine kritische Größe unterschritten, kommt es dann, nach einem sehr langen Niedergang, in kurzer Zeit zu einem völlig Zusammenbruch, im Falle Siebenbürgens zur Auswanderung der deutschen Restbevölkerung im ausgehenden 20. Jh. [4] , im Falle des Kosovo [5] zum Exodus der Serben. Ende des 16. Jhs. hatte Siebenbürgen 425000 Einwohner, von denen je ein Sechstel Rumänen und Deutsche waren, etwa 60% waren Ungarn. Diese Völker lebten weitgehend in ethnisch getrennten Siedlungsgebieten, also etwa so ähnlich, wie die Schweiz organisiert ist. Ob es im Mittelalter überhaupt Rumänen in Siebenbürgen gegeben hat, darüber streiten sich die Gelehrten. Wenn, dann waren es Hirten in abgelegenen Gebirgsdörfern. Als Schäfer hatten sie ihre eigene „walachische“ Lebensweise. Als ihre Dörfer größer und gewerbefleißiger wurden und ihrem Bevölkerungszuwachs nicht mehr genügend Nahrung boten, nahmen sie als Knechte Stellungen auch in den deutschen und ungarischen Dörfern an. 1850 zählte Siebenbürgen 1822000 Einwohner, davon waren 58% Rumänen, 27% Ungarn, 11% Deutsche und 4% Zigeuner. Hatte die Zugehörigkeit zum Habsburgerreich mit Deutsch als Verwaltungs- und Militärsprache den Deutschen bis dahin eine führende Stellung oder wenigstens Autonomie gesichert, so ging diese nach 1866 an die Ungarn verloren, die nun ihrerseits eine rigorose Magyarisierungspolitik durchzusetzen versuchten. „Die früheren anfangs verachteten, dann gehaßten Widersacher der Sachsen, die Rumänen, sind heutzutage infolge derselben Leiden ihre Bundesgenossen geworden,“ schreibt dazu unser Gewährsmann 1884, und setzt fort [6] : „Hie und da findet man ruhige, leidenschaftslose Männer, die, mit objectivem Blick begabt, meinen, es sei augenscheinlich, daß die Existenz des ungarischen Staates nur noch eine Frage des nächsten Säculum sein könne. Die Magyaren ahnten instinktmäßig, was kommen werde und müsse, und in einem letzten verzweifelten Angriff versuchten sie alle andersprachigen Stämme zu verschmelzen. ... Und einst werde die Zeit kommen, wo die Neigung der Nationaliätenconcentrierung den Sieg davontragen würden, dann würden all die am Rande Ungarns wohnenden Völker den anverwandten Staaten zufallen, so die Rumänen dem Königreich, ... die Südslaven einem neuen südslavischen Reich.“ Das ist 34 Jahre vor 1918 geschrieben worden. Und vielleicht ist eine derartige seherische Kraft der „leidenschaftslosen Männer“, die „mit objektivem Blick begabt“ sind - und selbstverständlich heute auch der Frauen, womit schon eine Verdoppelung dieser Fähigkeit eingetreten sein sollte - keine so seltene Gabe, als daß an ihr nicht auch manche europäischen Politiker teilhaben könnten, wenn man herausfinden könnte, worin die notwendige Objektivität eigentlich besteht.

Rund 100 Jahre nach diesem Reiseschriftsteller schrieb ein etablierter Historiker über den geschichtlichen Ablauf in Ungarn und Siebenbürgen, nunmehr im Rückblick [7] : „Es gehört nicht zu unseren Aufgaben, die Möglichkeiten der Geschicke des Staates Ungarn sowie des magyarischen Volks, nicht minder aber auch die der Nationalitäten zu untersuchen, zu erwägen, wie die Geschichte verlaufen wäre, hätte“ das Nationalitätengesetz von „1868 vollinhaltlich angewendet werden und die Verhältnisse der Nationen in Ungarn versöhnend regeln können. Der Historiker ... ist kein ‚rückwärts gekehrter Prophet’ ... . Man sieht aber, daß die magyarischen Eliten voller Todesangst um die Gegenwart und die Zukunft des Staates Ungarn und des magyarischen Volkes gewesen waren.  ... . Letzen Endes war die Nationalitätenfrage der neuralgische Punkt, ja der Krebsschaden der ganzen Existenz Ungarns und des Magyarentums. ... Konzessionen an die Nationalitäten ... ist jenen Jahrgängen, die sich noch als Erben des alten Adels Ungarn empfunden haben, gleichbedeutend mit der Selbstaufgabe, mit Selbstmord und mit einer feigen Hingabe an das ihrer und ihrer Nachfahren harrende Verhängnis erschienen.“ [8]

Daraus schlußfolgernd könnte man könnte vielleicht meinen, daß die Tage von Vielvölkerstaaten generell gezählt seien. Daß Ende des Habsburgerreiches in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. vorherzusagen und seine Folgen, wäre dann kein so großes Kunststück mehr gewesen [9] . „Auf allen Seiten wird an dem österreichisch-ungarischen Staatengefüge gerissen. Ungarn droht mit völliger Loslösung; ... die Tschechen ... erstreben die ‚Wiederaufrichtung der Wenzelskrone’, die Slowenen wünschen ein eigenes Reich ...  , und alle diese separatistischen Tendenzen können nur auf Kosten der österreichischen Monarchie und des Deutschtums ihr Genüge tun.“ Andere Autoren wurden noch deutlicher: „Darauf gehen ja schließlich die Fortschritte der Tschechen hinaus, daß man dadurch die Deutschen entbehrlich mache und sie ... , nachdem Böhmen den Tschechen gehöre ... zum Lande hinauswerfe oder sie zwinge im Tschechentum aufzugehen.“ [10] In tschechischen Publikationen lassen sich schon vor 1900 mühelos Belege für die Auffassung finden, daß in Böhmen nur Platz für ein Volk sei und diese Frage entschieden werden müsse. Die Ereignisse von 1938 [11] und 1945 waren keine Betriebsunfälle der Geschichte. [12]

 1921 wurde in Südafrika eine Volkszählung durchgeführt. Der damalige Direktor des Statistischen Amtes der Union von Südafrika, C. W. Cousins, kommentierte die Zahlen in folgender Weise [13] : „Während in den letzten 30 Jahren die nichteuropäische Bevölkerung durch natürliches Wachstum um 2 630 000 zugenommen hat, vermehrte die europäische Bevölkerung ... ihre Zahl nur um 500 000.“ Es wird sich daher seiner Ansicht nach wahrscheinlich schon in den nächsten 25 – 50 Jahren endgültig entscheiden, ob die Europäer neben den farbigen Rassen noch ein verhältnismäßig starkes und für die weitere Entwicklung Südafrikas bestimmendes Bevölkerungselement bleiben werden, oder ob diese sie derart an Zahl übertreffen und friedlich verdrängen, daß sie schließlich nur noch eine sehr dünne Oberschicht bilden, die eines Tages leicht ganz beseitigt werden kann. Cousins veröffentlichte dann drei Varianten A, B und C der möglichen Bevölkerungsentwicklung bis 1971. Bei Variante B sollten 1971 vier Millionen Weiße und 19 Millionen Schwarze in Südafrika leben, bei Variante C sollten 1971 3 650 000 Weiße einer farbigen Bevölkerung von 24 Millionen gegenüberstehen. Die tatsächlichen Zahlen lagen dann 1971 zwischen diesen beiden Varianten. 1999 lebten rund 4 700 000 Weiße und etwa 38 Millionen Farbige in Südafrika, davon rund 33 Millionen Schwarze. Da die Einwohner von Basuto- und Swaziland bei Südafrika nicht mit dazu gezählt werden, ist die Zahl der Schwarzen eigentlich noch deutlich höher. Der 1921 von Cousins erahnte Machtwechsel hat bekanntlich 1994 stattgefunden; der „eine Tag“, an dem die Massenflucht der Weißen einsetzt, noch nicht. Kenia hat ihn schon hinter sich, das frühere Rhodesien (heute Simbabwe) erlebt ihn soeben. Auch in Südafrika lassen sich die Vorstufen der weißen Abwanderung schon längst registrieren: Qualifizierte junge Leute zieht es nach Europa, Australien oder Kanada, die Ausdünnung ist schon im Gange [14] . Eine unbekannte Größe in dieser Entwicklung ist jedoch die Aids-Epidemie, deren Dimension vor 1985 in dieser Dimension von niemandem ins Kalkül gesetzt werden konnte. Jedoch kann und sollte man bei Politikern nicht die seherischen Kräfte eines Nostradamus erwarten, mit denen sich verheerende Epidemien, nukleare Verseuchung und Klimawandel mit ihren konkreten Folgen für bestimmte Staaten vorhersagen lassen, denn Aids und Rinderwahn werden nicht die einzigen echten Überraschungen bleiben, mit denen die Zukunft aufwarten wird. Genauer vorhersagen lassen sich aber bereits die Folgen des zu erwartenden Wassermangels und Kriege um Süßwasser.

Schon 1879 hatte sich der in seiner Zeit als sehr bedeutend geltende v. Treitschke (1834-1896) unter dem bezeichnenden Titel „Unsere Aussichten“ einmal mit Prognose versucht und geschrieben [15] : „Die Zahl der Juden in Westeuropa ist so gering, daß sie einen fühlbaren Einfluß auf die nationale Gesittung nicht ausüben können; über unsere Ostgrenze dríngt aber Jahr für Jahr aus der unerschöpflichen polnischen Wiege eine Schar strebsamer hosenverkaufender Jünglinge herein, deren Kinder und Kindeskinder dereinst Deutschlands Börsen und Zeitungen beherrschen sollen; die Einwanderung [16] wächst zusehends, und immer ernster wird die Frage, wie wir dieses fremde Volkstum mit dem unseren verschmelzen können.“ Daß er damit als Historiker früh auf ein mögliches Konfliktpotential aufmerksam gemacht hat, das in den folgenden Jahrzehnten tatsächlich von großer Bedeutung sein sollte, dafür hat er die Kritik von allen Seiten erfahren, die auf jeden einbricht, der den Mut hat, sich zu grundlegenden Problemen der sozialen Entwicklung in vorausschauender Weise zu äußern. Denn für die später organisiert auftretenden Antisemiten war die Assimilation der Juden kein Thema [17] ; für die Zionisten ebenso nicht [18] , denn sie wollten die Auswanderung nach Palästina.  Mir kam es an dieser Stelle nur darauf an zu belegen, wie Treitschke 1879 eine sich anbahnende Entwicklung erfaßt und nicht nur die künftige Machtstellung der jüdischen Minderheit in Finanzwirtschaft und Zeitungswesen richtig erahnt, sondern auch das sich daraus ergebende mögliche Konfliktpotential.

Doch zurück zu der eigentlichen Frage unseres Themas: Wann wird der kritische Punkt erreicht, von dem ab die Zeichen unwiderruflich auf Krieg, Bürgerkrieg und Vertreibung des einen Bevölkerungsteiles deuten, auch wenn der Ausbruch von blutigen Auseinandersetzungen noch Jahrzehnte auf sich warten lassen kann? Wieviele Jahrzehnte ist dann noch Zeit? Und  wie lange noch gibt es Spielraum zum Gegensteuern? Wegen der am besten zugänglichen Quellenlage wähle ich das Beispiel Böhmen. [19] Doch was im folgenden für Prag gilt, gilt ebenso für Laibach, Riga, Hermannstadt, Pristina oder das Verhältnis von Russen und Kirgisen in Alma-Ata und neuerdings auch für Los Angeles in Kalifornien [20] . Mit der Gründung des zweiten Deutschen Reiches wurden die Deutschen in Österreich-Ungarn endgültig, für das Habsburgerreich insgesamt gesehen, zu einer nationalen Minderheit. In einem Buch über „Das Wesen des nationalen Kampfes in den Sudetenländern“ aus dem Jahre 1912 [21] kann man lesen: Bis 1848 war „die Umgangssprache der Gebildeten im Kreise von ihresgleichen deutsch. Tschechisch war ein Volksdialekt, allerdings einer, den große Teile der angeblich deutschen guten Gesellschaft zwischen ihren vier Wänden, am Familientische, in der Kinderstube und auf dem Markte gebrauchten. In zahlreichen längst verloren gegangenen Städten und Städtchen konnte man im Vormärz drei Gruppen der Bevölkerung unterscheiden: stammechtes deutsches Patriziertum, deutschsprechende, äußerlich, assimilierte, ihrer Nationalität unbewußte ‚bessere’ Kreise und tschechische Massen. Das bißchen politischer Rechte jener Zeit lag in den Händen der ersten beiden Gruppen – allüberall war das Gepräge deutsch. Hierin war die große Assimilationskraft des Deutschtums jener Zeit begründet. Die Beherrschung des gesellschaftlichen und politischen Lebens war unendlich viel wirksamer als alle deutschen Bildungselemente.  ... Die Erschütterung der deutschen sprachlichen und gesellschaftlichen Vorherrschaft begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.“ Der Hintergrund war eine starke demographische Verschiebung: Die Prager Innenstadt – und nicht nur sie -  wurde von einem Ring neuer Siedlungen umgeben, in die hunderttausende Abwanderer aus den tschechischsprachigen Dörfern zogen. 1848 wurde die tschechische Sprache Pflichtgegenstand an den Gymnasien Böhmens, 1864 wurde die Prager Technische Hochschule zweisprachig, das Jahr 1882 kennzeichnet den wichtigsten Wendepunkt, von dem ab die demographische Krise in eine offene nationale Existenzkrise übergeht: Die Teilung der Prager Universität in eine deutsche und eine tschechische [22] . In den Jahren nach 1882 kam es bis 1914 immer häufiger zu schweren Zusammenstößen zwischen deutschen Studenten in Prag und Tschechen. [23] Ab 1945 gab es dann keinen deutschen Schulunterricht mehr. Vergleiche mit anderen Gebieten, wie Siebenbürgen, dem Kosovo und ehemals sowjetischen Republiken in Mittelasien und im Kaukasus zeigen, daß tatsächlich oft weniger als ein Jahrhundert ausreicht, daß aus einer dominanten Bevölkerung, die zu wenig eigene Kinder großzieht,  Heimatvertriebene werden.

Die Abfolge ist dabei in den entscheidenden Etappen überall die gleiche: Als erstes strebt die konkurrierende Bevölkerung – es kann sich dabei um Einwanderer oder um die eigentlich alteingesessene Bevölkerung handeln – die eigene ungehinderte Religionsausübung [24] an. Entgegenkommen gerade in dieser Frage kann aber auch ein wichtiger Schritt bei der Assilimation der Einwanderer sind. Die bei uns eingewanderten Hugenotten haben sehr lange ihren Gottesdienst in französischer Sprache bewahrt, der ihnen großzügig als Privileg eingeräumt worden war. Die nächste Stufe ist viel wichtiger und die eigentlich entscheidende: Die konkurrierende und an Zahl ständig wachsende Bevölkerung beginnt den Kampf um die Anerkennung ihrer Sprache als vollberechtige Sprache in der Schule und als gleichberechtige Landessprache. [25] Ob es nun Tschechisch in Böhmen, Spanisch in Kalifornien oder die Sprache der indischen Einwanderer auf den Fidschi-Inseln ist, auf die Anerkennung als Schulsprache folgt die Forderung nach Quoten bei den Anstellungen in allen öffentlichen Beschäftigungen, bei der Zulassung zum Hochschulstudium und schließlich sogar in der Privatwirtschaft. Begründet werden diese Forderungen, nun auch vertreten durch mindestens eine eigene Volkspartei, stets mit dem Ruf nach ausgleichender Gerechtigkeit, dem sich auf die Dauer, wenn die Zahl der Rufer von Jahr zu Jahr größer wird, keine demokratische Regierung verschließen kann. Sehen Sie sich bitte einmal die Reaktionen auf die Ergebnisse der PISA-Studie im Internet an: Der Forderung nach Türkisch als Schulsprache in Deutschland wird mit aller Deutlichkeit bereits erhoben, und es gibt schon seit Jahren einen mehr oder weniger umfangreichen Teilunterricht in Türkisch an den Schulen deutscher Großstädte. Vorigen Monat saß ich bei einer Kur zufällig mit einem Herrn aus Hannover am Tisch, der sich über seinen einzigen Enkel freute, der in der Schule von seinen Mitschülern ein sehr gutes Türkisch erlernt hatte.

Deutschland ist damit noch nicht verloren, aber wann könnte es soweit sein? Der schon zitierte Gewährsmann aus Böhmen schrieb 1912: „Wir schulden den deutschen Gelehrten Dank, die nachgewiesen haben, wie unverhältnismäßig groß die deutsche Steuerleistung im Vergleiche zur deutschen Kopfzahl ist.  ... Es war aber ein Fehler, die nationale Bedeutung des Reichtums zu überschätzen. Wir hatten unterlassen, die Kehrseite der glänzenden Medaille zu betrachten, wie sie sich in dem Gesellschaftsaufbau unseres Volkes darstellt, wir hatten uns als glückliche Besitzer gefühlt, denen von Gott und Rechtswegen für ewige Zeiten die wirtschaftliche und finanzielle Überlegenheit zukommt. ... In der Meinung, daß Reichtum gleichbedeutend sei mit nationaler Kraft, gesellt sich das ebenso landläufig gebrauchte Wort von der ‚tschechischen Undankbarkeit’ für die ...  ihnen gebotene Arbeits- und Erwerbsgelegenheit. ... Die Geschichte kennt keine Dankesverpflichtung ..., die sich in dem Verzichte einer Nation auf Expansion irgendwelcher Art  äußert.  ...  Das, was man Tschechisierung nennt, ist also nicht etwa nur Expansion tschechischer Sprache, tschechischer Lebensformen, tschechischen politischen Einflusses, sondern vor allem das, was Friedrich Ratzel Durchdringung und Zersetzung mit fremden Volkselementen nennt. ... Die nationale Überlegenheit der Tschechen liegt in ihrer vergleichsweise niedrigen Kultur, ... in ihrer von der modernen Entwicklung weniger beeinflußten Wirtschaft und ihrem Gesellschaftsaufbau. Die Tschechen verfügen über eine relativ größere Masse ländlicher Bevölkerung und unqualifizierter oder doch gering qualifizierter Arbeiter – wir aber haben ... zu viele Leute mit höheren Ansprüchen an die Lebensführung, daher an höheren Löhnen, kürzerer Arbeitszeit, Leute mit größerem Selbstbewußtsein und geringerer Fügsamkeit. ...  Für niedrige Arbeit sowie für persönliche Dienste mußte man nach tschechischen Arbeitskräften greifen.“ Im Frühjahr 1914 schauten gebildete und wohlhabende deutsche Bürger in Prag, Riga, in Laibach und Preßburg auf ihre ungebildeten lettischen, tschechischen, slowakischen und slowenischen Mitbürger herab, ebenso wie der serbische Staatsangestellte 1970 in Pristina auf die Albaner und der US-Amerikaner in Los Angeles im Jahre 2000 auf die eingewanderten Mexikaner herabschaut. Und wie wir auf die Türken in Berlin, Hamburg und Düsseldorf herabschauen. Oder tun wir es nicht? Die PISA-Studie hat zweifelsfrei belegt, daß die bei uns eingewanderten Türken nicht nur weniger qualifiziert sind, sondern auch einen durchschnittlichen IQ von nicht höher als 85 haben. [26] An den höheren Bildungseinrichtungen sind die Einwanderer, insbesondere die aus der Türkei, nur halb so stark vertreten, wie ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Aber sie sind vertreten! Und nun rechnen Sie einmal bitte, und es ist eine ganz einfache Rechnung: Schon ab dem Jahre 2010 werden die Einwanderer in den westdeutschen Großstädten [27] die Bevölkerungsmehrheit in der aktiven Bevölkerungsgruppe stellen, das ist die demographische Prognose [28] . Hat sich an ihrer Bildungsbeteiligung bis dahin nichts Wesentliches geändert, dann stellen sie ab dieser Zeit bereits ein Viertel der geistigen Elite in Deutschlands Großstädten. Und hält der seit etwa 1970 bestehende Trend von bis zu doppelt so hohen Kinderzahlen bei den Einwanderern und weiterer Einwanderung an, dann sind etwa 2040 die Anteile der von den Deutschen und den Einwanderern gestellten Anteile an der Elite zahlenmäßig gleich, d.h. aus den Mittelschichten der Einwanderer erwächst ihre eigene Elite. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die demographische Krise der europäischen Völker in einen Kampf um ihre nationale Existenz übergehen, der an einigen Punkten verloren gehen kann. Wir können uns heute nicht vorstellen, daß vielleicht infolge der Verwicklungen eines großen Krieges um Öl und Süßwasser - mit Bürgerkriegs- und Terrorfronten weit von den eigentlichen Kampfgebieten entfernt – Marseille einmal ein arabisches Staatsgebiet sein könnte, Mittelengland ein Territorium mit indischem Regierungschef oder das Ruhrgebiet ein autonomes Gebiet mit türkischer Staatssprache, so wenig wie sich die Einwohner von Stettin 1910 vorstellen konnten, daß dort 1950 nur noch Polnisch gesprochen wird. Aber so verläuft Geschichte.

Lassen wir wieder unseren böhmischen Gewährsmann sprechen, der 1912 klagte:  „Die Assimilationskraft der deutschen Sprache ist in den Sudetenländern ... fast erloschen . ... Die Massen finden Anlehnung an eine nationalbewußte tschechische soziale Oberschicht. Die Abnahme des deutschen Einflusses haben wir natürlich längst wahrgenommen, haben uns aber mit dem stolzen Bewußtsein getröstet, die wirtschaftlich Überlegenen, also die ‚Reichen’ und darum die Stärkeren zu sein. ... Für das tschechische Volk hat das deutsche Sprachgebiet die Bedeutung eines Kolonialgebietes, das seine überschüssigen Menschenmassen aufnimmt. ... Die einst national absichtslose Zuwanderung wird heute meist planmäßig organisiert. Aus dem früher unorganisierten Haufen ist ein Heer geworden. Man braucht deshalb noch nicht an eine Verschwörung tschechischer Kreise zur Vernichtung des Deutschtums zu denken. ... Sie ist nichts anderes als die Äußerung eines vertieften Nationalismus.“ Unser Gewährsmann ist noch viel weitsichtiger, wenn er im weiteren schreibt, daß die Industrialisierung der tschechischen Kerngebiete aus dem „Auswandererland ein Einwanderland machen“ wird. Ein Zustand, der nach 1990 eingetreten ist. In keinem Jahre davor und danach sind so viele Tschechen wie 1944 geboren worden. Seitdem sieht sich die Tschechische Republik mit ihren sinkenden und inzwischen sehr niedrigen Kinderzahlen einem Einwanderungsdruck aus Ost- und Außereuropa ausgesetzt, wobei die Einwanderer natürlich hoffen, daß mit dem Beitritt der Tschechei in die EU die Stunde ihrer Freizügigkeit für die gesamte EU kommen wird.

Aber zurück zu unserem Kernproblem: Der entscheidende Punkt im Kampf um die nationale Existenz ist dann erreicht, wenn die Elite der Einwanderer oder einer zahlenmäßig wachsenden Bevölkerungsgruppe es nicht mehr als gewinnbringend ansieht, sich der Mehrheit anzupassen und ihre Sprache zu sprechen, sondern ihre eigenen politischen Ziele verfolgt  und mit eigenen politischen Organisationen den Kampf um die Macht aufnimmt. [29] Für diesen Punkt läßt sich kein bestimmtes Jahr festmachen. Im Rückblick auf ein Jahrhundert hat es der Historiker relativ leicht, nachträglich bestimmte Eckzahlen zu erkennen. Wer aber, wie wir, mittendrin in diesem Ablauf ist, kann nur beobachten, daß z.B. bereits eine selbständige türkische Presse entstanden ist, es aber noch keine eigene politische Partei für die Türken in Deutschland gibt, die aber bald entstünde, wenn ihnen bei Kommunalwahlen das Stimmrecht auch ohne gute deutsche Sprachkenntnisse gewährt würde.

Im geschichtlichen Rückblick ist das Tempo eindrucksvoll, in dem ein vollständiger Bevölkerungswandel in an und für sich voll besiedelten Räumen vor sich gehen kann. Ein Wandel, der in den ersten Jahrzehnten zumeist völlig friedlich verläuft. Er kann zwar Jahrhunderte Vorlauf haben, wie in Siebenbürgen, der Wechsel von der Dominanz der einen Bevölkerung bis zur völligen Vertreibung oder Ausgrenzung der anderen braucht oft weniger als ein Jahrhundert. In Palästina bzw. Israel brauchte es, beschleunigt durch die außerordentlichen Umstände und Folgen des Antisemitismus in zahlreichen Ländern, von 1890 bis 1948 keine 60 Jahre, um die Araber zu Flüchtlingen zu machen. Auch die Geschwindigkeit des vollständigen Elitenwechsels hat man bisher stark unterschätzt. Bei manchen Völkern, wie etwa den Slowenen, hat deutscher Hochmut gar nicht so richtig für möglich gehalten, daß sie sich selbst regieren und wirtschaftlich behaupten können. In Polen war vor 1939 der Anteil der Juden an der Bevölkerung der Städte und des gebildeten Bürgertums so außerordentlich groß, daß, wenn man damals einen IQ-Test gemacht hätte, die Polen mit Sicherheit mit ihrem mittleren IQ deutlich unter 100 (dem allgemeinen Mittelwert für eurasische Bevölkerungen) gelegen hätte, die Juden weit darüber.  Nach 1945 war das aber für den polnischen Wiederaufbau auf die Dauer kein Hindernis.  Innerhalb von sehr wenigen Jahrzehnten haben die Polen die Lücken mit den sozial aufsteigenden begabten Töchtern und Söhnen ihres eigenen Volkes gefüllt. Wie rasch und selektiv Arbeitswanderungen, Bildungsgefälle und unterschiedliche Kinderzahlen zu Verschiebungen im Begabungsprofil führen können, zeigt das negative Beispiele der neuen Bundesländer. Zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfte es 1990 keine tiefgreifenden Unterschiede gegeben haben. Der PISA-Test wies jedoch für das Jahr 2000 für Sachsen und das mit besonders langer und hoher Arbeitslosigkeit gestrafte Sachsen-Anhalt einen mittleren IQ-Unterschied von 7 IQ-Punkten aus, der innerhalb von nur einem Jahrzehnt entstanden sein muß.

Offen habe ich bisher die Frage gelassen, ob wir dem Bevölkerungswandel begegnen wollen oder können und wie. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich  Niederländer, Dänen, Tschechen und Schweizer durch außereuropäische Einwanderer allmählich aus ihrer Heimat verdrängen lassen, ohne nicht von einem bestimmten Punkte an energischen Widerstand zu leisten. Die Aussichten, Volk und Heimat zu behaupten, wären für alle europäischen Völker größer, wenn mehr eigene Kinder geboren würden, darin sind sich alle einig. Aber warum werden bei allen europäischen Völkern zu wenig Kinder geboren und warum hat bisher noch keine Regierung ein wirkungsvolles Rezept gefunden? Inwieweit sind Regierungen überhaupt für diese Misere zuständig? Ob Katholiken oder Nicht-Katholiken, ob regiert jahrzehntelang von Franko, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christdemokraten oder sonstwem, überall in Europa von Gibraltar bis zum Nordkap und bis weit hinter den Ural das gleiche Bild: Kaum mehr als ein Kind wird pro Frau geboren. Irgendwie scheint es weder an der Politik noch an der Religion zu liegen, sonder an viel tieferen und schwerer faßbaren Ursachen. Es betrifft die heute bettelarme Ukraine und Bulgarien genauso wie reiche west- und nordeuropäische Länder. Was haben sie dennoch gemeinsam? Eine relativ hohe Lebenserwartung und einen dementsprechenden Altersaufbau der Bevölkerung, viele Alte und wenig Junge. Vor den gleichen Problemen stehen aber auch Japan, Südkorea und Taiwan. Je höher in Lateinamerika die mittere Lebenserwartung ist, desto geringer die Fruchtbarkeit. Das arme Kuba z.B. hat eine mittlere Lebenserwartung von 76 Jahren und 1,5 Geburten pro Frau. Wenn man sich den Bevölkerungsreport für alle Länder der Welt  für das Jahr 2002 [30] ansieht, so stellt man fest: Auch in den entferntesten Winkeln der Welt (wie etwa auf Mauritius) sinkt die Geburtenzahl unter das Selbstreproduktionsniveau von 2,1 Geburten pro Frau, sobald die mittlere Lebenserwartung 70 Jahre übersteigt. Als Folge des wirtschaftlichen und medizinischen Fortschritts ist der Rhythmus der Generationen, der in den Jahrtausenden unserer Evolution geprägt worden ist, innerhalb eines einzigen Jahrhunderts aufs schwerste und in unwiderbringlicher Weise gestört worden. In allen Gremien und auf vielen Arbeitsplätzen sitzen die rüstigen Alten und ersticken die Initiative der Jungen.  Da niemand Witwenverbrennungen, Kernwaffenkriege oder rituelle Massenselbstmorde der Alten wollen kann und jeder, der bei guter Gesundheit 70 Jahre alt geworden ist, auch gern seinen 90. Geburtstag erleben möchte, ist die Sachlage unabänderlich. Noch meine Eltern haben in der Schule gelehrt bekommen, daß das menschliche Leben im Durchschnitt 50 Jahre währt. Daß, wer heute jung ist, glaubt, von einer Lebenserwartung von 70 Jahre ausgehen zu können, ist einer der Hintergründe der Spaßgesellschaft. Man hat es weder mit dem Abschluß der beruflichen Bildung noch des Studiums noch der Heirat und Familiengründung besonders eilig, denn man hat ja noch so viel Zeit damit. Die Fruchtbarkeitsperiode der Frauen hat sich jedoch nur geringfügig verlängert, und oft bleibt es dann bei einem, in relativ hohem Alter der Eltern geborenen Kind, wenn überhaupt noch eines geboren wird. Daß sich in der zweiten Hälfte des  21. Jahrhunderts ein neues Gleichgewicht in der Generationenfolge einstellen wird, ist nur nur eine Hoffnung, denn dann dürfte die Humangenetik mit ihren Möglichkeiten neue Entwicklungen und Herausforderungen mit sich bringen, so daß die Bevölkerungen von einem Problem zum nächsten taumeln werden, so wie unsere Vorfahren - vor den wirtschaftlichen und medizinischen Errungenschaften der letzten zweihundert Jahre -  periodisch von Hungersnöten, Seuchen und Kriegen dezimiert worden sind. Nur war das bis dahin der gewohnte und erwartete Ablauf der Weltgeschichte, dem unsere Spaßgesellschaft glaubt, für immer entronnen zu sein, aber wahrscheinlich nur, um in immer neue und andere Krisen zu geraten.

Doch zurück zu unserem Thema im engeren Sinne: Für den Ausgang der vorhersehbaren nächsten Krise [31] wäre es schon ein großer Unterschied, ob die Zahl der fehlenden Geburten einem Drittel der Gesamtzahl aller erforderlichen Geburten entspricht oder nur einem Sechstel, also 1,75 Geburten pro Frau (Frankreich hat jetzt wieder 1,9 erreicht) anstatt 1,3 oder 1,4 (wie jetzt in Deutschland, Österreich und der Schweiz) von den erforderlichen 2,1. Da die vor allem auch illegalen Einwanderer die fehlende Zahl ergänzen dürften, wäre es ein  entscheidender Unterschied, ob pro Generation 30% oder nur 10% aller Einwohner Neu-Einwanderer sind, da es bei einem Drittel Einwanderer zur nationalen Existenzkrise kommen dürfte, an der man bei geringeren Zahlen noch vorbeikommen könnte. Jedes Jahr, das man zögert, eine bewußte Bevölkerungs- und Einwanderungspolitik zu beginnen, bringt uns der Existenzkrise näher, darin sind wir uns einig. Ich bin mir auch sicher, daß fast alle Vorschläge, welche Rahmen die Politik setzen könnte, schon  irgendwo gemacht worden sind. Ich möchte deshalb an dieser Stelle auf den Versuch verzichten, originelle Ideen einer familienorientierten Sozialpolitik aufzulisten. [32] Da heute regierende Politiker kaum in Generationen denken können und wollen und ja auch nur für wenige Jahre gewählt sind, werden sie wenig davon zur Kenntnis nehmen oder umsetzen, und wir werden uns noch manches weitere Jahr näher zum Abgrund hin bewegen. Da man von Staat nicht erwarten sollte, was freie Verbände nicht auch leisten können, nur einmal eine Frage: Wie wäre es denn zu Beispiel mit einem Aufruf, private Vermögen nicht mehr an die nächste kinderlose Generation weiterzureichen, sondern an kinderreiche Seitenzweige oder an geeignete Stiftungen? Wäre es nicht besser, anstatt vergebliche politische Forderungen an den Staat zu richten, auf freier Ebene Gemeinschaften zu bilden, die keine politischen Parteien sind, deren klares Ziel aber das Überleben in der kommenden Krise ist?

„Die Höhe unserer materiellen Kultur steht in untrennbarem Zusammenhang mit der nationalen Zersetzung unseres Lebensraumes“, schrieb unserer, hier schon mehrfach zitierter weitsichtiger böhmischer Gewährsmann im Jahre 1912. Und er setzt fort: „Und eben so richtig ist die Behauptung, daß wie die Windstärke mit dem barometrischen Gradienten wächst, auch die fremdnationale Zuwanderung wächst mit der Differenz der wirtschaftlichen und nationalen Zustände [33] ... . Und darum wage ich die Ketzerei auszusprechen: Wir Deutsche ... haben kein für unsere nationale Existenz notwendiges Interesse an einer Verzögerung der Modernisierung  des tschechischen Wirtschafts- und Gesellschaftslebens. Im Gegenteil: Je differenzierter und moderner die wirtschaftliche und soziale Struktur des tschechischen Volkes wird, ... desto geringer wird das Ausbreitungsbedürfnis der tschechischen Nation“. Was damals für die Tschechei galt, gilt heute für die Türkei und anderswo. Denken Sie bitte bei den folgenden Sätzen bitte auch stets an unsere Probleme heute mit unseren Türken:

„Wien war bis vor wenigen Jahren ein Ort umfangreichster Assimilation“, schrieb unser Mann 1912 weiter. „Die Abnahme der Assimilationskraft ist meist hervorgerufen durch die Stärkung des nationalen Bewußtseins der Zuwanderer – sie ist aber auch hervorgerufen durch die Abnahme der Anziehungskraft der Lebensformen der einheimischen Bevölkerung. ... Bei Kindern und jungen Leuten ist die Assimilation ein unbewußtes Annehmen der Lebensformen der Umgebung. Man hat von deutscher Seite nicht selten diesen Assimilationsprozeß dadurch aufgehalten, daß man Assimilationswilligen als Nichtdeutschen von Geburt den Zutritt zurn deutschen Gesellschaft verwehrt hat. Gelegentlich wurde diese kurzsichtige Handlungsweise sogar mit der Gefahr einer drohenden Rassenverschlechterung begründet. Keine Idee ist seltsam genug, als daß sie bei uns nicht zahlreiche Anhänger fände. Der Assimilationswillige wurde dadurch gerade zur Solidarität mit seinen Volksgenossen gezwungen; wir selbst haben die Bildung tschechischer Organisationen gar oft heraufbeschworen. Und wenn wir an vielen Orten durch unsere große Zahl ... gar manchen Tschechen zwingen, sich ‚neutral’ zu verhalten, so haben wir damit keinen dauernden Erfolg errungen. Sobald die Zahl dieser ‚Neutralen’, die sich meist auch zur deutschen Umgangssprache bekennen, entsprechend angewachsen ist und auch ihre wirtschaftliche Kraft ihren Bekenntnismut erhöht hat, dann werfen sie bei der ersten besten günstigen politischen oder sozialen Konstellation die Maske ab. Wir haben derartige überraschende Veränderungen des nationalen Charakters eines Ortes besonders in Mähren in Hülle und Fülle aufzuweisen. Fast immer waren es solche, in denen die Assimilation, besonders des gewerblichen Mittelstandes ... , nur eine äußerliche gewesen ist.  Äußerlich aber blieb sie durch die Schuld der deutschen Oberschicht. Es ist eines der traurigsten Kapitel in unserer Geschichte, daß deutscher Kastengeist, deutsches Geld- und Bildungsprotzentum den Verlust zahlreicher Orte verschuldet oder doch die Vertschechung angebahnt haben, indem sie sich gesellschaftlich von der ‚minderen’  Klasse absonderten und dadurch jede Assimilationsmöglichkeit im Keime zerstörten. Was vor 40 Jahren noch leicht möglich war, wird in weiteren 20 Jahren zur Unmöglichkeit geworden sein. Die fortschreitende Demokratisierung des öffentlichen Lebens ...  und die Entstehung einer (eigenen tschechischen) sozialen Oberschicht verringern die Kraft der Motive, welche einst für das Aufgehen in die deutsche Umgebung sprachen. ...  Die Schwäche unserer Assimilationskraft wächst aber auch in geometrischer Progression mit dem Zuströmen neuer tschechischer Einwanderer. Und so erhebt sich denn die Schicksalsfrage“ (und das gilt für 2002 wie für 1912) „ist die Masseneinwanderung eine dauernde Erscheinung oder wird sie sich im Laufe der Zeit verringern?“ Unser Gewährsmann sieht 1912 dann bei den Deutschen in Böhmen und Mähren alle Zeichen der nationalen Existenzkrise, die wir inzwischen überall bei uns Deutschen kennen: Nichtbesetzung bestimmter Stellen, die schwere körperliche Arbeit verlangen; ungenügende Ausbildung von Lehrlingen; mangelndes Streben nach selbständiger Existenz, insbesondere auch im Handwerk; Aufblähung der staatlichen Verwaltung und Bürokratie usw.

Wenn auch der Mann 1912 der Ansicht war, daß die Expansionskraft der Tschechen eines Tages zum Erliegen kommen wird, so sah er doch zugleich, daß bis zu diesem Zeitpunkte „deutscher Volksboden unwiderbringlich verloren“ sein wird. Seit 1850 dürfte der Raum, in dem Deutsch Verwaltungs- und Verkehrssprache gewesen ist, bis heute auf ungefähr die Hälfte geschrumpft sein. Die Existenzkrise droht nun in den folgenden Jahrzehnten auch für die Kerngebiete. Es ist dabei eine besondere Tragik deutscher Geschichte, daß die Ausgrenzung der Juden zu einem Zeitpunkt ihrem Höhepunkt zustrebte [34] , zu dem ihre Assimilationsbereitschaft schon sehr groß war und von Jahr zu Jahr wuchs. 1932 heirateten bereits 36% aller Juden in Deutschland Nicht-Juden. Sicher, ein Teil der Zuwanderer war und ist nicht zur Assimilation bereit. Aber für jede Generation stellt sich die Frage neu. Während es 1910 mit den polnisch sprechenden Preußen im Ruhrgebiet eine Menge Probleme gab, spricht heute keiner mehr davon, und ihre Nachkommen prügeln sich als echte Deutsche in den Jugenddiskotheken mit Türken und Rußlanddeutschen.

Eine große Chance besteht für unsere nationale und europäische Existenz darin, daß die bei uns schon vorhandenen Einwanderer und weiter Hinzukommenden keine national geschlossene Einheit bilden, sondern sich auf viele Herkunftsländer verteilen. Gelingt es, die Vielfalt aufrechtzuerhalten, dann sollten wir optimistisch sein. Was Geburtenschwund und Masseneinwanderung anbetrifft, hat uns Frankreich einige Jahrzehnte an Erfahrungen voraus. Bis heute ist Frankreich noch nicht untergegangen, auch wenn seine Probleme mit den Einwanderern aus Nordafrika immer komplizierter werden, und wir sollten nach Frankreich schauen und von unserem Nachbarn lernen, vor allem auch seinen langen Atem in der Bevölkerungspolitik. Die einzige Nation, die in Mitteleuropa zahlenmäßig schon so stark ist, daß die Assimilation der schon Anwesenden Vorrang vor jedem weiteren Zuzug haben sollte, sind die Türken. Jahrhundertelang sah sich das alte Rom dem Einwanderungsdruck seiner Nachbarvölker ausgesetzt, und ist damit viele Jahrhunderte ganz gut fertig geworden und hat immer neue Zuwandererströme in sein Reich eingebunden. Durch eine kluge Politik, die die Fremden niemals als eine Einheit betrachtet hat, sondern immer zwischen Personen von großer Nähe und weiter Ferne unterschieden hat, so daß aus den Nahestehenderen immer wieder gute Staatsbürger geworden sind. Warum sprechen wir überhaupt von Ausländern und Fremden? Ein gewisses Maß an Bevölkerungsaustausch, an Einwanderung und Auswanderung, ist etwas ganz Normales und hat stets und immer stattgefunden. Wir haben nichts gegen Ausländer, aber wir haben etwas gegen Unländer. Unländer sind Personen, die nicht bereit oder nicht fähig sind, ehrlicher Arbeit nachzugehen und die nicht bereit sind, unsere Sprache zu lernen, wenn sie hier leben wollen. Unländer sind auch Deutsche, die drogensüchtig sind und die ihren Lebensunterhalt durch kriminelle Handlungen erlangen. Wir geben offen zu: Wir haben etwas gegen Unländer. Und wir wollen von ihnen möglichst wenige im Land haben.  

Die Völker Europas, die für das Entstehen ihrer Nationalstaaten einen hohen Preis gezahlt haben, stehen jetzt  vor der Entscheidung, wie rasch und um welchen Preis sie ihre ethnisch relativ geschlossenen und christlich geprägten Nationalstaaten aufs Spiel setzen. [35]  Schrumpfende Bevölkerungen – und das sind mit Ausnahme der Albaner – jetzt alle europäischen Völker, besiedeln „Unterdruckgebiete“, auf die ein Einwanderungsdruck mit ständig wachsenden Kosten (für Grenzschutz, Asylbewerber usw.) ausgeübt wird. 1995 hatte die Europäische Union 375 Millionen Einwohner, der islamisch geprägte Nahe Osten und Nordafrika zusammen 313 Millionen. Nach der UN-Prognose (von 1996) soll 2050 die Zahl der EU-Einwohner auf 338 Millionen sinken, die im Nahen Osten und Nordafrika hingegen auf 661 Millionen steigen. Diese Prognose ist naiv, denn die ausgleichende Wanderungsbewegung ist bereits in vollem Gange. Der gegenwärtige Zustand in Mitteleuropa mit sinkenden Rüstungslasten und relativer politischer Ruhe und Stabilität ist eine Übergangszustand, der – wenn der gegenwärtige Trend nicht gebrochen wird -  mittelfristig in einen Zustand mit schweren inneren und vielleicht auch damit zusammenhängenden äußeren Konflikten übergehen wird. Noch verbleiben einige wenige Jahre für Steuerungsmöglichkeiten.

Gestatten wir uns noch einmal einen geschichtlichen Rundblick: Bei Vielvölkerreichen stand am Anfang in der Regel ein Staatsvolk, das die anderen Territorien erobert und sozial überschichtet hat. Rom, Spanien, Österreich, Rußland, England – die Liste ließe sich leicht verlängern. Gerät das tragende Staatsvolk demographisch – immer im Verhältnis zu den anderen Völkern im jeweiligen Reichsgebiet gesehen – auf den absteigenden Ast, so verliert es seinen führenden Einfluß in den Außenzentren, wo die Führung in immer stärkerem Maße an einheimische, aus dem näheren Umland in die zentralen Städte, zugewanderte Personen übergeht. Als die Russen in den letzten Jahrzehnten prozentual Jahr für Jahr gegenüber den mittelasiatischen und kaukasischen Völkern im Bevölkerungsanteil zurückgingen, kündigte sich die Auflösung der Sowjetunion an. Nicht anders bei den Serben in Jugoslawien.

Auf lange Sicht ist nur eines sicher: Werden und Vergehen. Doch große Völker treten nicht einfach aus der Geschichte ab. Sie werden in neue Völker mit neuen Namen eingeschmolzen. Die spätrömische Gesellschaft waren sicher in mehreren Provinzen und zuletzt auch im Zentrum eine multikulturelle. Die römische Staatsidee war so anziehend, daß Byzanz und das Erste Reich sich noch ein Jahrtausend später als Nachfolger betrachteten. Rom ist nicht einfach untergegangen, denn aus Römern wurden Italiener, Spanier, Portugiesen, Katalanen. Was wird aus den Deutschen, Tschechen und Ungarn werden?


[1] Volkmar Weiss: Gesellschaftsprognose – auch eine Aufgabe für Historiker? In: Hettling, M., Schirmer, U. und S. Schütz (Hrsg.): Figuren und Strukturen. Historische Essays für Hartmut Zwahr zum 65. Geburtstag. München 2002, S. 69-80.  - www.v-weiss.de/prognose.html

[2] Volkmar Weiss: Die IQ-Falle. Intelligenz, Sozialstruktur und Politik. Graz 2000. – www.v-weiss.de/iq-falle.html

[3] Rudolf Bergner: Siebenbürgen. Eine Darstellung des Landes und der Leute. Leipzig 1884, hier 212f..

[4] Das gilt auch bei Tier- und Pflanzenarten, die wenn eine kritische Masse unterschritten wird und die Population in kleine, unzusammenhängene Teile zerrissen wird, dann sehr rasch aussterben.

[5] Milan Vuckovic: Kosovo, die Serben und die Albaner. München 1996 (= Münchner Zeitschrift für Balkankunde, Sonderband 2).

[6] Bergner, Siebenbürgen (wie Anm. 3), 384.

[7] Ludwig Gogolák: Ungarns Nationalitätengesetze und das Problem des magyarischen National- und Zentralstaates. In: Wandruszka, A. und P. Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Bd. III, Die Völker des Reiches. Wien 1980. S. 1207-1303, hier 1303.

[8] László Katus: Die Magyaren. In: Wandruszka, A. und P. Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Bd. III. Die Völker des Reiches. Wien 1980. S. 410-488.

[9] Käthe Schirmacher: Die nationale Zweiteilung Böhmens. Deutschland. Monatsschrift für die gesamte Kultur 7 (1905) 65-75, hier 65.

[10] Karl Türk: Böhmen, Mähren und Schlesien. München 1898, hier 16.

[11] Am Vorabend des Münchener Abkommens erschien in England eine bemerkenswert sachliche Analyse: Elizabeth Wiskemann: Czechs and Germans. A study of the struggle in historic provinces of Bohemia and Moravia. London 1938.

[12] Roland J. Hoffmann und Alois Harasko: Odsun. Die Vertreibung der Sudetendeutschen. Dokumentation zu Ursachen, Planung und Realisierung einer „ethnischen Säuberung“ in der Mitte Europas 1848/49 – 1945/46. Band I. München 2000.

[13] C. W. Cousins: Third Census of the Population of South Africa. Pretoria 1921, hier 27f.

[14] Man braucht dazu nur einmal in die Google-Newsgroup soc.culture.south-africa.afrikaans reinschauen.

[15] Heinrich von Treitschke:  Unsere Aussichten. Preußische Jahrbücher 44 (1879) 553-575, hier 572. 

[16] In Berlin stieg in dem halben Jahrhundert von 1850 bis 1900 die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung von 9600 Personen auf 106000, in Wien von 2000 auf 147000 (und 175000 im Jahre 1910).

[17] Wilhelm Bauer: Treitschke und die Juden. Weltkampf (1944) 68-77.

[18] Joseph Marcus: Social and Political History of the Jews in Poland, 1919-1939. Berlin 1983.

[19]   Vielleicht auch dieses Beispiel, weil ich in einer Stadt im sächsischen Erzgebirge groß geworden bin, nur 6 km von der böhmischen Grenze entfernt. Die hunderte leere Häuser, die ich an der Strecke von Bärenstein nach Oberwiesenthal in den Fünfziger Jahren sah und deren vormalige Bewohner einige meiner Mitschüler waren, waren für mich schon als Schulkind ein Anlaß, nach dem Warum zu fragen.

[20] Patrick  Buchanan: The Death of the West: How Dying Populations and Immigrant Invasions Imperil Our Country and Civilization. New York 2001.

[21] Franz Jesser: Das Wesen des nationalen Kampfes in den Sudetenländern. Wien 1912, Sonderabdruck aus: Deutsche soziale Rundschau 2 (1912) H. 7 und 8, hier S. 6ff.

[22] M. N. Kuzmin: Die Teilung der Prager Hochschulen. Zur Formierung des  tschechischen Schulsystems. In: Plaschka, R. G. und K. Mock (Hrsg.): Wegenetz europäischen Geistes. Wissenschaftszentren und geistige Wechselbeziehungen zwischen Mittel- und Südosteuropa vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, München 1983, S. 112-123.

[23] Harald Lönnecker: Von „Ghibellinia geht, Germania kommt!“ bis „Volk will zu Volk!“  Mentalitäten, Strukturen und Organisationen in der Prager deutschen Studentenschaft 1866-1914. Jahrbuch für sudetendeutsche Museen und Archive 1995-2001, S. 34-77.

[24] Christoph Heger: Kein islamischer Religionsunterricht an öffentlichen und privaten Schulen. Schriftenreihe der Deutschen Studiengemeinschaft 2 (2002) 36-55.

[25] Rudolf Sieghart: Die letzten Jahrzehnte einer Großmacht. Menschen, Völker, Probleme des Habsburger-Reichs. Berlin 1932.

[26] Volkmar Weiss: Zur Vererbung der Intelligenz, zu Sozialstruktur und Familienpolitik, eine Nachbetrachtung zum Bericht PISA 2000. In: Wege aus der Krise. Veröffentlichungen der Gesellschaft für Freie Publizistik 18 (2002) 31-58. – www.v-weiss.de/pisa3.html

[27] Jürgen Friedrichs: Ethnische Segregation im Kontext allgemeiner Segregationsprozesse in der Stadt. In: Harth, A., Scheller, G. und W. Tessin (Hrsg.): Stadt und soziale Ungleichheit. Opladen 2000, S. 174-196. 

[28] Herwig Birg. Die demographische Zeitenwende. Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa. München 2001.

[29] Edmund Sawall: Zuwanderung nach Deutschland. Entwicklung und Situation. Schriftenreihe der Deutschen Studiengemeinschaft 2 (2002) 6-25.

[30] Soziale und demografische Daten zur Weltbevölkerung. DSW-Datenreport 2002.

[31] Das gesamte Heft 74 (Juni 2001) der französischen Zeitschrift „Géopolitique“ ist den demographischen und daraus folgenden politischen Problemen gewidmet.

[32] Siehe z.B. www.volkmar.weiss.de/stoiber.html

[33]   Siehe dazu auch: Meinhard Miegel: Die deformierte Gesellschaft. Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen. Berlin 2002.

[34] Volkmar Weiss: Die Vorgeschichte des arischen Ahnenpasses. Genealogie 50. Jg. (2001) 417-436, 497-507 und 615-627. – www.v-weiss.de/publ7-pass.html

[35] Volkmar Weiss, Überproportionale Anteile von Einwanderern in Unter- oder Oberschicht können den sozialen Frieden gefährden. Eine Ergänzung zu Steinmann und Feininger. Acta Demographica (1994-1996) 97-103.

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