Volkmar Weiss: Liste meiner bisher am häufigsten zitierten Publikationen

 Stand 31.12.2016

Volkmar Weiss: List of his most frequently cited publications


Ulli Kulke: Was in der DDR hinter den Kulissen in der Intelligenz-Foschung ablief

Vorbemerkung

Ein Jahresende kann Anlaß zu einer Art Jahresend- und Lebenszwischenbilanz sein.

Was dem Künstler, Sportler oder Politiker der Beifall auf offener Szene oder die Aufmerksamkeit der Massenmedien ist, sind dem Wissenschaftler die Zitierungen durch Kollegen. Jedoch folgen die Zitierungen eigenen Gesetzen. In den beiden Kalenderjahren 2008 und 2009 zusammen sind mir z. B. 234 Zitierungen meiner Veröffentlichungen in wissenschaftlicher gedruckter Literatur bekannt geworden.  2014  wurde mit 156  Zitierungen binnen einen Jahres eine neue Höchstzahl erreicht, weil Google Books jetzt die Volltextsuche der Titel in Büchern und Zeitschriften ermöglicht, die man sonst nie in die Hand genommen hätte. Da aber bisher nur ein Teil der Bücher in dieser Datenbank enthalten ist, kann man vermuten, die tatsächliche Zahl der Zitierungen sei höher ist die bekannte.

An den Zitierungen wird das ganze Elend des Wissenschaftlerdaseins offenbar. Um auf 100 Zitierungen zu kommen, brauchte es nämlich 12 Jahre (heute kenne ich für diese Zeit 456 Zitierungen).  Und eine Summe wie die für 2008 plus 2009 hatte ich erst nach 20 Jahren eigener Publikationstätigkeit erreicht, also erst am Ende der DDR (bis heute dafür 647 Zitierungen). In den Statistiken zeichnet sich eine Hauptschaffensperiode von 1980 bis 2003 ab, mit rund 130 Publikationen in dieser Zeit.

40 meiner 212 Veröffentlichungen (selbstverständlich gezählt ohne Rezensionen und Notizen) sind bisher mindestens zehnmal zitiert worden. Die beiden Habilarbeiten (zum Dr. rer. nat. habil. und Dr. phil. habil.) und das Buch "Die IQ-Falle" (2000), diese drei Titel sind jeweils rund 160mal zitiert, wenn man die Rezensionen mit einschließt. Da ich ja nie Hochschullehrer war und keine Studenten hatte, von denen ich erwarten konnte, daß sie mich in ihren Abschlußarbeiten geflissentlich zitieren, erfolgen die meisten Zitierungen meiner Arbeiten nur auf Grund ihres Inhalts. Zahlreiche Arbeiten werden erst nach Jahren und Jahrzehnten zitiert und nach Jahrzehnten immer noch.

Von 2007 bis einschließlich 2016 sind mir pro Jahr durchschnittlich 90 Zitierungen meiner Arbeiten bekannt geworden. Diese rund 900 Zitierungen sind etwas mehr als die Zahl der Zitierungen in dem gesamten Publikationszeitraum von 1971 bis 2006. Warum es 2008 zu einer Verdoppelung - zu einem qualitativen Spung -  bei der Zahl meiner zitierten Arbeiten kommt, dafür habe ich keine Erklärung. Es ist von mir in den Jahren 2004 bis 2007 nur eine herausragende Arbeit veröffentlicht worden. Die im letzten Jahrzehnt, seit 2007, veröffentichen Arbeiten tragen bisher erst 12% zu den Gesamtzitierungen im selben Zeitraum bei, verhalten sich also spiegelbildlich zum ersten Jahrzehnt meiner Publikationstätigkeit in den Siebziger Jahren. Da im vergangenen Jahrzehnt auch mein Hauptwerk "Die Intelligenz und ihre Feinde" (2012) veröffentlicht worden ist, dürften in den nächsten Jahrzehnten noch hunderte Zitierungen folgen. Es spricht nicht gegen die Qualität einer wissenschaftlichen Arbeit, wenn sie nicht vom Zeitgeist begrüßt und gehuldigt wird, sondern erst nach Jahren und Jahrzehnten zum Tragen kommt.  

Laut szientometrischer Forschung erreicht die Zitierrate für einen Wissenschaftler bin einem bestimmten Lebensalter einen maximalen Wert, der sich dann kaum noch verändert. Tatsächlich, dieser Impact-Faktor (durchschnittliche Zahl der Zitierungen pro Veröffentlichung) erreichte bei mir 1982 den Wert 10 und blieb bis 2003 nahezu unverändert. Das also trotz aller Beschränkungen, die uns die provinzielle Wissenschaftspolitik der DDR auferlegt hatte.

Darüber hinaus gibt es die Nennung meines Namens in einigen Büchern mit hoher Auflage, so z. B. bei  Dietrich Schwanitz in "Bildung" (1999, auf S. 470 werde ich fälschlich Weiss, Volker genannt; ebenso in allen späteren Auflagen und mehreren Übersetzungen), Navid Kermani in "Zwischen Koran und Kafka" (2014, 114) und Thilo Sarrazin in "Der neue Tugendterror" (2014, 94), aber jeweils ohne bibliographische Fußnote. Solche Textstellen sind für eine Zitationsstatistik unbrauchbar.

Nicht immer wird zu einem Thema die Arbeit am häufigsten zitiert, die ich persönlich dazu für meine beste halte.  Und manchmal wird nicht zitiert, wo eine Zitierung notwendig wäre, oder nicht in dem Umfange, wie es die geistige Vorleistung eigentlich erfordert. Siehe dazu meinen Erfahrungsbericht

Die geistigen Mistkäfer der Wissenschaft. Darin auch meine Meinung, ob und wie Thilo Sarrazin seine Quellen für "Deutschland schafft sich ab" (2010) verleugnet hat.

 

Liste der bisher mindestens zehnmal zitierten Publikationen

In der folgenden Liste steht jeweils vorn im Klammern die Anzahl der mir bis 31. 12. 2014 bekannten Zitierungen. Ein Nachdruck einer Arbeit wurde dabei wie eine Zitierung behandelt, Zitierungen des Nachdrucks der ursprünglichen Publikation zugerechnet. 

(169 Zitierungen plus 16 Rezensionen) Weiss, Volkmar: Bevölkerung und soziale Mobilität. Sachsen 1550-1880. Berlin: Akademie-Verlag 1993 - pdf, Volltext online, 131 MB

(143 und 33 Rezensionen) Weiss, Volkmar: Psychogenetik. Humangenetik in Psychologie und Psychiatrie. Jena: Gustav Fischer 1982 (= Genetik. Grundlagen, Ergebnisse und Probleme in Einzeldarstellungen 12)

(141 und 24 Rezensionen) Weiss, Volkmar: Die IQ-Falle: Intelligenz, Sozialstruktur und Politik. Graz: Leopold Stocker 2000

(100 und  9 Rezensionen) Weiss, Volkmar und Katja Münchow: Ortsfamilienbücher mit Standort  Leipzig in Deutscher Bücherei und Deutscher Zentralstelle für Genealogie. 2. Auflage. Neustadt/Aisch: Degener 1998 

(62) Weiss, Harald und Volkmar Weiss: The golden mean as clock cycle of brain waves. Chaos, Solitons and Fractals 18 (2003) 643-652  

(61) Weiss, Volkmar: From memory span and mental speed towards the quantum mechanics of intelligence. Personality and individual Differences 7 (1986) 737-749 

(44) Weiss, Volkmar: Empirische Untersuchung zu einer Hypothese über den autosomal-rezessiven Erbgang der mathematisch-technischen Begabung. Biologisches Zentralblatt 91 (1972) 429-435 

(41) Weiss, Volkmar: Major genes of general intelligence. Personality and individual Differences 13 (1992)1115-1134 

(31) Weiss, Volkmar: Psychometric intelligence correlates with interindividual different rates of lipid peroxidation. Biomedica Biochimica Acta 43 (1984) 755-763 

(30) Weiss, Volkmar: Die Heritabilitäten sportlicher Tests, berechnet aus den Leistungen zehnjähriger Zwillingspaare. Ärztliche Jugendkunde 68 (1977) 167-172 

(29) Weiss, Volkmar: Die Verwendung von Familiennamenhäufigkeiten zur Schätzung der genetischen Verwandtschaft. Ein Beitrag zur Populationsgenetik des Vogtlandes. Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift 15 (1974) 433-451 

(29) Weiss, Volkmar: Die Vorgeschichte des arischen Ahnenpasses. Genealogie 50. Jahrgang (2001) 417-436, 497-507 und 615-627 

(26 und 4 Rezensionen) Weiss, Volkmar: Müller und Müllerssöhne im sächsischen Erzgebirge und Vogtland in den Tälern und Nebentälern der Zwickauer Mulde, Zschopau und Weißen Elster (1540-1721). Neustadt/Aisch: Degener 1996 (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye 27)  - 2. Auflage: Plaidt: Cardamina 2011

(24) Weiss, Volkmar: Johannes Hohlfeld, von 1924 bis 1950 Geschäftsführer der Zentralstelle für Genealogie für Deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig, zum 50. Todestag. Genealogie 49. Jahrgang (2000) 65-83 

(24) Weiss, Volkmar und Hans-Georg Mehlhorn: Spearman’s Generalfaktor der Intelligenz: Genotypen mit ganzzahligen Unterschieden in der zentralen Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit. Zeitschrift für Psychologie 100 (1982) 78-93 

(23 und 2 ausführliche Erwähnungen des Teil-Beitrages in den  Rezensionen) Weiss, Volkmar: Ortsfamilienbücher. In: Ribbe, Wolfgang und Eckart Henning (Hrsg.): Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung. 12. Auflage. Neustadt/Aisch: Degener 2001, S. 306-340

(22)  Weiss, Volkmar und Hans-Georg Mehlhorn: Der Hauptgenlocus der Allgemeinen Intelligenz: Diskrete und ganzzahlige Unterschiede in der zentralen Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit. Biologisches Zentralblatt 99 (1980) 297-310 

(21) Weiss, Volkmar: Inbreeding and genetic distance between hierarchically structured populations measured by surname frequencies. Mankind Quarterly 21 (1980) 135-149 

(21) Weiss, Volkmar: Die Auseinandersetzungen zwischen Reichsnährstand und Reichssippenamt um die Kirchenbuchverkartung. Ein Beitrag zur Geschichte der Genealogie in der Zeit des Nationalsozialismus. Genealogie 49. Jahrgang (2000) 1-17 

(20 und  18 Rezensionen) Weiss, Volkmar und Katja Münchow: Ortsfamilienbücher mit Standort Leipzig in Deutscher Bücherei und Deutscher Zentralstelle für Genealogie. 1. Auflage. Neustadt/Aisch: Degener 1998

(18 und 12 Rezensionen) Weiss, Volkmar: Die Intelligenz und ihre Feinde: Aufstieg und Niedergang der Industriegesellschaft.  Graz: Ares 2012

(18) Weiss, Volkmar: The population cycle drives human history - from a eugenic phase into a dysgenic phase and eventual collapse. The Journal of Social, Political and Economic Studies 32 (2007) 327-358 

(15) Münchow. Katja und Volkmar Weiss: Ortsfamilienbücher als Quelle der Forschung. Genealogisches Jahrbuch 33/34 (1993-1994) 157-168 

(15) Weiss, Volkmar: The relationship between short-term memory capacity and EEG power spectral density. Biological Cybernetics 68 (1992) 165-172 

(14) Weiss, Volkmar: From short-term memory capacity toward the EEG resonance code. Personality and individuel Differences 10 (1989) 501-508  

(14) Weiss, Volkmar: Sozialstruktur und Soziale Mobilität der Landbevölkerung: Das Beispiel Sachsen 1550-1880. Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie 39 (1991) 24-43

(13 und 2 Rezensionen): Weiss, Volkmar und Karl Butter: Familienbuch für Zschocken/Krs.  Zwickau 1540-1720. Rekonstruktion der Familien eines großen Bauerndorfes ohne Kirchenbücher aus den Gerichtsbüchern und den archivalischen Quellen der Nachbarorte. Leipzig: Historische Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 1988 (= Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte 9)

(13) Wagner, Dirk und Weiss, Volkmar: Die Kirchenbuchführung in Sachsen und Thüringen. Ein Vergleich erster Forschungsergebnisse. Familie und Geschichte 3. Jahrgang (1994) 347-356

(12) Weiss, Volkmar:  The advent of a molecular genetics of general intelligence. Intelligence 20 (1995) 115-124 (Editorial)

(12) Weiss, Volkmar: Leistungsstufen der Begabung und dreigliedriges Schulsystem. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie 7 (1993) 171-183

(12) Weiss, Volkmar: Der Heritabilitätsindex in der Begabungs- und Eignungsdiagnose bei Kindern und Jugendlichen. Gegenbaurs morphologisches Jahrbuch 126 (1980) 865-872

(12) Weiss, Volkmar: Das Überleben von Johannes Hohlfeld als Geschäftsführer  der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig in den Jahren 1933-1939. Herold-Jahrbuch, N. F. 5 (2000) 211-226

(11) Weiss, Volkmar: Familiengeschichtliche Massenquellen der Mobilitäts- und Sozialstrukturforschung. Historical Social Research 21 (1996) 157-166  

(11) Weiss, Volkmar: Ergebnisse zur Genetik der mathematisch-technischen Begabung, erzielt mit soziologischer Methodik. Diss. A, Biowissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin 1972

(11) Weiss, Volkmar: Zur Stellung der Genealogie in der wissenschaftlichen Forschung. Herold-Studien 6 (2003) 91-100

(10) Weiss, Volkmar: Social and demographic origins of the European proletariat. Mankind Quarterly 31 (1991) 127-152

(10) Weiss, Volkmar:  Hinweise für das Einreichen von Ahnenlisten bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie. Genealogie 41. Jahrgang (1992) 21-32 

(10) Weiss, Volkmar: Hat die Genetik für die Genealogen noch eine Bedeutung? Erwiderung auf den Beitrag "Werden die Deutschen immer dümmer?" von Hans Peter Stamp. Archiv für Familiengeschichtsforschung 5 (2001) 177-182

(10) Weiss, Volkmar:  Klassischer und probabilistischer Mendelismus. Ein wissenschaftsgeschichtlicher Beitrag zur Latenz wissenschaftlicher Ideen.  Biologisches Zentralblatt 101 (1982) 597-607 

(10) Weiss, Volkmar: Johannes Hohlfeld (1888-1950). In: Wiemers, Gerald (Hrsg.): Sächsische Lebensbilder, Band 5. Leipzig: Verlag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 2003, 247-270  

 

Weitere 35 Arbeiten sind bisher mindestens fünfmal zitiert worden.

 

Der H-Index meiner über mehrere akademische Disziplinen verstreuten Arbeiten  beträgt demnach 20.

Da ich auch in den letzten Jahren mehrere Arbeiten veröffentlicht habe, die mittel- und langfristig hohe Zitierungszahlen erreichen werden, dürfte der H-Index dann mindestens den Wert 23 erreichen.